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Mit Soldatenstiefeln auf der Wiese
Dreieich, den 30.04.2002

Die ersten Schritte des Baseball in Deutschland

-Ein Artikel von Thomas Schulz aus der 1996er Vereinszeitung-

Sein 10jähriges Jubiläum feiert der Hessische Baseball Verband in diesem Jahr, gerade einmal sechs Jahre zuvor wurde der Deutsche Baseball und Softball Verband aus der Taufe gehoben. Doch die Geschichte des Baseball in Deutschland erschöpft sich keineswegs in den Aktivitäten der vergangegen 15 Jahre. Schon 1936 fand Deutschlands erste Begegnung mit der Sportart statt, die heutzutage rund 210 Millionen Aktive begeistert - wenn auch zugegebenermaßen nicht im idealen Umfeld. 125.000 Zuschauer (!) sahen anläßlich der Olympischen Spiele in Berlin ein Demonstrationsspiel zweier amerikanischer Mannschaften. Ein Ereignis, das vielleicht den Anstoß hätte geben können für eine weitaus rasantere Entwicklung des Baseball in Europa und Deutschland. Zumindest war die Chance durchaus da. Nach den Spielen bildete sich schnell eine Vielzahl von Vereinen, doch das nationalsozialistischen Regime unterband die Ausbreitung der vielleicht amerkanischten aller Sportarten. So furios der Auftakt, so schnell auch der Abschied von Ball und Keule in deutschen Landen.
Nichtsdesotrotz war der Baseball keineswegs tot: Kaum war der Krieg vorbei, waren die als Besatzungsmacht zurückgekehrten Amerikaner natürlich darauf bedacht, „ihre“ Sportart zu etablieren. Eine erneut folgenreiche Begegnung. Im Zusammenhang mit den Entnazifierungsprogrammen hoben die Amerikaner kurz nach Kriegsende die „German Youth Activities“ aus der Taufe, die sich insbesondere durch ein umfangreiches Sportangebot mit Baseball an der Spitze auszeichneten. Die USA investierten nicht wenig Geld in dieses Programm, so daß die Soldaten zum Ende der Saison oftmals ihre gesamte Ausrüstung an die begeistert teilnehmenden (nicht zuletzt da es im Umfeld der Amerikaner genug zu Essen gab) deutschen Jugendlichen verschenkte. Schon 1948 exisiterten rund 140 deutsche Jugendmannschaften, die an einem von den GI´s organisierten Spielbetrieb teilnahmen, sich aber eigentlich als Straßen- und Häuserblockmannschaften zusammenfanden und in Parkanlagen oder Hinterhöfen spielten.
Einer aus der ersten Garde des Baseball in den durch Not und Hunger geprägten Jahren nach dem Krieg ist Edgar Amann. 1941 verschlug es den in Ost-Indien geborenen Amann nach China, wo er bereits 1945 dank der einrückenden Amerikaner erstmals in Kontakt mit Baseball kam. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland lernte er 1947, das Jahr als Jackie Robinson als erster Farbiger in der Major League spielte, in Frankfurt einen ungefähr gleichaltrigen Jungen kennen, der ihm erzählte, er „spiele mit ein paar Leuten Baseball.“ Der begeisterte Amann gesellte sich im Frühjahr 1948 dazu: „Wir hatten damals eigentlich gar nichts. Wir waren ja nur ´ne Straßenmannschaft. Noch nicht einmal einen Trainingsplatz hatten wir“, erinnert sich der heute 63jährige. Gespielt haben sie auf der Bertramwiese, in unmittelbarer Nähe des Geländes, wo heute der Hessische Rundfunk seinen Sitz hat. „Es war ein Holperacker, aber wir haben die Laufwege selbst vom Gras befreit.“ Glücklicherweise hatte der damalige Team-Captain irgendwie Kontakt zum 97th General Hospital, wo es eine amerikanische Softball-Mannschaft und einen Ableger der German Youth Activities gab. Und so fand sich auf Umwegen tatsächlich ein amerikanischer „Sponsor“, der dem Straßenteam Trikots besorgte. „Elf Uniformen haben wir bekommen. Die haben wir dann aber auch zehn Jahre benutzt, natürlich aber nur zu Spielen und nicht im Training. Kappen haben wir nie gehabt“, erzählt Amann. „Und Turnschuhe gab es damals ja auch noch nicht. In amerikanischen Soldatenstiefeln haben wir gespielt.“ Aber die Handvoll Jungs aus Eschenheim und Dornbusch sollte nicht alleine bleiben. „Eines Tages“, schmunzelt Amann“ kam eine Horde Jungs aus Ginnheim auf ihren Fahrrädern, mit ihren Mädchen dabei, und meinten sie hätten von uns gehört, von uns Juniors. Da haben wir sie eben integriert.“ Eine folgenreiche Begegnung: Einer der Jungs aus Ginnheim, Alfred „Freddy“ Buchner, wurde schon bald zum Captain gewählt und sollte dieses Position auch bis 1960 behaupten und eine der dominierenden Personen in diesen ersten Jahren werden, wie die Mannheimer Gebrüder Helmig. Die 1949 offiziell gegründeten Frankfurt Juniors waren der erste deutsche Baseball-Verein, weitere Gründungen in der amerikanischen Besatzungszone folgten bald darauf.
Anfang der 50er Jahre stiegen die Juniors von Softball auf Hardball um und bekamen die Möglichkeit, auf einem richtigen Feld hinter der PX an der Miquelallee zu spielen. „Nahezu jeden Abend haben wir dann trainiert und zumeist gegen amerikanische Mannschaften gespielt. Die waren uns natürlich haushoch überlegen, solche Schränke waren das. Aber mitgehalten haben wir immer irgendwie“, berichtet der ehemalige Centerfielder doch ein wenig wehmütig. Gelohnt hat sich das Training und die Spielpraxis jedenfalls: Die Juniors gewannen 1953, im Gründungsjahr der Allgemeinen Deutschen Baseball Föderation und ein Jahr bevor Joe Dimaggio Marylin Monroe heiratete, die erste offizielle Deutsche Meisterschaft gegen die Mannheim Tornados, die damals schon einen vorzüglichen Ruf hatten. Nicht angeben wolle er, meint Amann im Rückblick auf die Begegnung mit den Tornados, aber es habe ihn schon gefreut, wenn Claus Helmig als Pitcher für die Tornados „Watch out, heavy batter!“ bei seinem At Bat gerufen habe. Doch die schönste Erinnerung für ihn sei ganz bestimmt noch immer seine erste Teilnahme an den Europameisterschaften in Rom 1956 gewesen. (1954 hatte man erstmals teilgenommen und wurde Vierter, 1957 sogar Vize-Europameister nach Holland). „Das Spiel gegen Italien war ein unvergeßliches Erlebnis. Die waren richtige Profis gegen uns, gut ausstaffiert. Wir mußten uns die Kappen von den Spaniern leihen. Einen Bilderbuch-Pitcher hatten sie. Ein richtiger Star, sein Wind-Up war eine Augenweide.“ Und ausgerechnet der deutsche Pitcher, der für die Juniors spielende Helmut Buchner, schlug einen Homerun auf den italienischen Pitcher. Den ersten seines Lebens und den einzigen des Turniers. „Der Italiener drehte sich auf den Hacken um, schaute dem Ball nach und brach zusammen als er über die Fence war. Der Jubel war unglaublich“, sagt Amann und lächelt.
1958 hörte Amann auf zu spielen, sein Beruf nahm in zu sehr in Anspruch. Nein, sagt er, ein Spiel habe er seit Mitte der sechziger Jahre nicht mehr gesehen. Und etwas ungläubig schaut er schon, als er erfährt daß heute nahezu 500 Vereine in einer Vielzahl von Ligen den Spielbetrieb in Deutschlan bevölkern. Vielleicht ist es ja jetzt wieder an der Zeit, zumindest zum Zuschauen auf den Platz zurückzukehren....

27.08.2017
Schüler - MAI (2:16)
KRI - Schüler (14:4)
02.09.2017
Juniorinnen - NKN (6:4)
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17.09.2017
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